"... welchen Platz die Bücher in deinem Leben haben: ob sie eine Schutzmauer sind, die du vor dir errichtest, um die Außenwelt fernzuhalten, ein Traum, in den du eintauchst wie in eine Droge, oder ob sie womöglich Brücken sind, die du nach draußen schlägst, hinaus in die Welt, die dich so interessiert, daß du ihre Dimensionen mit Hilfe der Bücher erweitern und vervielfachen willst."
Italo Calvino, Wenn ein Reisender in einer Winternacht, 169

Lesen kann eine Flucht vor dem Außen sein oder ein Aufbruch zu neuen Horizonten. Bücher lassen das Vertraute finden oder verführen dazu, sich in imaginären Welten zu verlieren. Sie können aber auch Wege aufzeigen, die eigene Welt zu erweitern, sich dem Fremden zu öffnen und mehr zu erfahren, als es der eigene Hintergrund zu vermitteln vermag. Bücher können Türen sein, die sich nur schwer öffnen lassen, und in den Räumen, die man danach betritt, kann man sich durchaus unwohl fühlen. Schwer kann es sein, zu entscheiden, ob ein Buch einen quält, weil es schlecht geschrieben oder weil man seiner Komplexität nicht gewachsen ist.

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Calvino, Italo: Wenn ein Reisender in einer Winternacht. Roman. München: dtv, 1987