"... daß nämlich Lesen allezeit und für jedermann vielleicht nie etwas anderes war, als sich auf einen Punkt zu konzentrieren, um von dem unkontrollierbaren Fortgleiten der Welt nicht verführt und nicht zerstört zu werden. Nichts läse man, gar nichts, wenn nicht aus Angst. Oder um die Versuchung eines zerstörerischen Wunsches abzuwehren, der man, wie man weiß, nicht widerstehen kann. Man liest, um nicht zum Fenster aufzuschauen."
Alessandro Baricco, Land aus Glas, 70

Lesend taucht man ein in eine andere Welt und schafft sich ein Versteck, in dem man von den Anforderungen und Nöten seiner aktuellen Lebenssituation nicht mehr bedrängt wird. Lesen ist Ablenkung und Flucht. Abgewehrt werden bedrängende eigene Gedanken und Ängste, eine trostlose innere Leere, schmerzhafte Einsichten.

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